Lebensmittelbedarf auf  der Flucht

 

Wie in meinem Beitrag „Nahrung für den Fluchtfall“ bereits beschrieben, geht es nicht ohne Komprimatverpflegung! Also Nahrungsmittel, welcher die Flüssigkeit entzogen wurde. Dadurch wird letztlich Gewicht gespart, was im Fluchtfall von besonderer Bedeutung ist. Neben dem Gewicht ist der Nährwert der Nahrung, die ich zu mir nehme ein weiterer Punkt, den ich beachten muss. Hier geht es letztlich um den Kalorienbedarf pro Tag.

 

Nur mit welchen Kalorienbedarf habe ich in einem solchen Fall zu rechnen oder anders herum gefragt, wieviel Kalorien muss ich pro Tag zu mir nehmen, um über einen bestimmten Zeitraum meine Leistung abrufen zu können.

Die Dauer einer Flucht kann ich schlecht abschätzen, jedoch dürfte klar sein, dass es letztlich an der mitgeführten Nahrung liegt, wie lange ich flüchten kann.

Wasser spielt, zumindest in unseren Regionen, eher eine Nebenrolle. Im Extremfall ist es schwieriger an Nahrungsmittel als an Wasser zu kommen, zumal ich Wasser mittels eines Wasserfilters und dem Abkochen trinkbar machen kann.

 

 

Generelles zum Kalorienbedarf

 

Wir alle sind verschieden und das spiegelt sich auch beim Kalorienbedarf wieder. Somit ist eine generelle Aussage, was an Kalorien zugeführt werden muss, nicht auf jeden zu übertragen. Maßgeblich für den Kalorienbedarf sind: Alter, Geschlecht, der daraus resultierende Stoffwechsel, die Fitness, die körperliche Verfassung und letztlich wie anstrengend ist die Flucht oder der Marsch den ich absolvieren muss. Bin ich in bergigem Gelände unterwegs oder eher in der Ebene mit wenig bis keinem Höhenanstieg. Auch die Jahreszeit spielt eine wesentliche Rolle.

 

Im Durchschnitt benötigt ein Mann (80kg) ca. 1.900 kcal und eine Frau (60kg) ca. 1.300 kcal pro Tag, ohne jegliche Anstrengung. Dies bedeutet, dass ich an einem Tag, ohne überhaupt etwas zu tun, den oben genannten Kalorienbedarf aufbrauche.

 

Nun kommt natürlich der Leistungsumsatz hinzu, den ich benötige um meine Flucht überhaupt bewältigen zu können. Diesen Bedarf muss ich auf die 1.900 kcal bzw. 1.300 kcal hinzuaddieren.

 

 

Gewichtsbedarf für mitgeführte Nahrung

 

Da ein durchschnittlicher Lebensmittelverbrauch im Fluchtfall eher schlecht vorhergesagt werden kann, orientieren wir uns an anspruchsvollen Trekkingtouren, Extremwanderungen oder Hochgebirgstouren.

 

Hier wird im Schnitt ein Lebensmittelbedarf von 1 kg Nahrung pro Tag und Mann als Basis herangezogen, was wiederum bedeutet, dass eine 14 tägige Tour ein Lebensmittelbedarf von 14 kg bedeutet, bei 3 Wochen sind das schon 21 kg an Lebensmitteln, die ich mitführen müsste.

 

Und hier dürfte jedem klar sein, dass diese Werte für uns in der Flucht oder auch bei mehrwöchigen Touren völlig unrealistisch sind. Ein Tragegewicht von 14 oder 21 kg nur an Lebensmitteln ist schon abenteuerlich! Hier kommt ja noch das Gewicht der restlichen Ausrüstung und natürlich die des Trinkwassers hinzu und spätestens jetzt dürfte jedem klar sein, dass der Normalbürger ein solches Gewicht auf den Schultern nicht trägt.

 

 

Die Abhilfe

Gewicht an Nahrungsmitteln reduzieren

 

Bei den 1 kg an Nahrungsmitteln die pro Tag benötigt werden reden wir von verzehrbereiter Nahrung. Hier handelt es sich also um Nahrungsmittel, denen keinerlei Flüssigkeit entzogen wurde, die also ohne weitere Zubereitung oder das zufügen von Wasser verzehrt werden kann.

 

Und hier kommen wir auf die anfangs angesprochene Komprimatverpflegung. Nahrungsmittel, denen die Flüssigkeit entzogen wurde. Hierdurch ist eine deutliche Gewichtseinsparung zu erreichen. Bei der Zubereitung wird wieder Wasser zugeführt, sodass tatsächlich wieder mehr an Gramm pro Mahlzeit zugeführt wird als das tatsächliche Gewicht der Komprimatverpflegung (Trockennahrung).

 

Eine weitere Möglichkeit um Gewicht an Nahrungsmitteln zu sparen ist, weniger Nahrung pro Tag einzuplanen. Dies bedeutet letztlich, dass ich über die Dauer der Flucht nicht voll Leistungsfähig sein werde und mein Körper an seine Reserven gehen muss.

 

Dies kann über einen begrenzten Zeitraum durchaus eine Option sein, um Gewicht auf dem Rücken zu sparen, zumal das Gewicht Tag für Tag geringer wird, da die mitgeführte Nahrung über die Zeit aufbraucht wird.

 

 

Was muss ich nun pro Tag einplanen

 

Im Schnitt muss ich 500 g mitgeführte Trockennahrung pro Tag einkalkulieren. Wir reden bereits von Nahrungsmitteln, denen die Flüssigkeit entzogen wurde, anders als bei den 1 kg pro Tag!

Man muss verstehen, dass der Grundbedarf von einem 1 kg Nahrung pro Tag weiterhin bestehen bleibt!

 

Es kann durchaus sein, dass der ein oder andere 50 oder 100 g Trockennahrung pro Tag mehr benötigt! Wie anfänglich erwähnt, sind wir alle verschieden und benötigen auch unterschiedlich viel Nahrungsmittel pro Tag.

 

Somit haben wir eine Gewichtsreduzierung von 50%, bedeutet bei einer 14 tägigen Flucht/Tour benötigen wir 7 kg und bei einer 3-wöchigen Flucht oder Tour 10,5 kg an mitgeführter Trockennahrung. Hier sind dann allerdings keine Reserven einkalkuliert!

 

 

Wie ernähre ich mich auf der Flucht richtig

 

In den meisten Fällen wird es so sein, dass wir ein leichtes aber durchaus sättigendes Frühstück zu uns nehmen, über den Tag verteilt eher einen Snack und am Abend im Lager unser Hauptgericht verzehren. Die Snacks am Tag werden in einer kleinen Pause oder beim Marsch gegessen.

 

Müssen Sie aus taktischen Gründen am Tag im Versteck ruhen und in der Nacht Kilometer machen, so beginnt das Frühstück natürlich nach dem Aufstehen, beispielsweise bei Einbruch der Dunkelheit. Beim Marsch in der Nacht kommen dann die Snacks zum Einsatz und im Morgengrauen, wenn Sie Ihr Lager aufschlagen das Hauptgericht.

 

Ein kleiner Anhaltspunkt für die Nahrung auf der Flucht, kann die Packliste:      „7 Tage Speiseplan für das Fluchtgepäck sein“. Diese Packliste können Sie einfach downloaden und nach Belieben abändern oder auch 1:1 übernehmen.

 

 

Sie können sich aber auch selbst  einen Speiseplan zusammenstellen.

Gehen Sie hierfür wie folgt vor:

 

Frühstück

 

Planen Sie für das Frühstück Trockennahrung, wie beispielsweise Müsli oder ähnliches, ein. Hier rechnen Sie mit einem Trockennahrungsgewicht von 125 g pro Tag und Mahlzeit. Das Müsli kann durchaus mit anderen Dingen wie beispielsweise Nüssen, Kokosmehl, Proteinpulver usw. aufgewertet werden.

Um die Kilokalorien für mehr Leistung etwas hochzuhalten, können Sie für das Frühstück einen Löffel Erdnussbutter mit einem Hartkeks zu sich nehmen. Aber auch ein Löffel Öl (Beispielsweise Leinsamenöl) bewirkt Wunder und bringt zusätzliche kcal.

 

Mittag

 

Für den Mittag wird nur ein Snack eingeplant. Dieser kann aus PowerBars (sättigende Müsliriegel) bestehen aber auch NRG-5 Riegel sind durchaus geeignet. (Bei NRG-5 sollten Sie aber immer auch Wasser zu sich nehmen, da diese sehr trocken sind. Es können aber auch Nüsse, Trockenfrüchte oder sonstiges sein, die Sie über den Tag verzehren. Planen Sie hier 200 g an Trockennahrungsgewicht pro Tag und Mahlzeit ein.

 

Abendessen

 

Das Abendessen besteht in den meisten Fällen aus einer Trockennahrung, also aus einem Fertiggericht oder aus Reis mit einem Brühwürfel gekocht (Achten Sie beim Reiskauf auf kurze Kochzeiten, dass spart Brennstoff!). Für Ihre Planung rechnen Sie mit 175 g an Trockennahrungsgewicht pro Tag und Mahlzeit ein. Hier bieten sich Fertiggeriche unterschiedlicher Hersteller an. Sehr gute Erfahrung habe ich mit dieser Produktfamilie gemacht: hier

 

 

Fazit und Tipp

 

Achten Sie darauf, dass Sie die Geschmacksrichtungen variieren. Selbst beim morgendlichen Müsli sollten Sie auf unterschiedliche Geschmacksrichtungen achten. Natürlich können Sie sich auch 3 Wochen mit NRG-5 Notnahrung am Leben halten aber nach wenigen Tagen wird Ihnen der immer gleiche Geschmack das Leben schwer machen!

 

Kombinieren Sie durchaus auch einmal Nahrungsmittel! Nehmen Sie beispielsweise nur die Hälfte aus einem Fertiggericht (Trekkingnahrung) und strecken Sie dies mit NRG-5 Riegeln. Hier einfach mal ausprobieren was geht und was Ihnen schmeckt.

 

 

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Marco Hummel © Der Survival Profi - Page last updated: 11.05.2020