Der richtige Lagerplatz

 

Der Platz, an dem Sie Ihr Nachtlager aufbauen, sollte gut ausgewählt sein. Auf was Sie für einen sicheren, ruhigen und erholsamen Schlaf achten sollten, beschreibe ich in meinem nachstehenden Bereich:

 

Höhe des Lagers

 

Achten Sie auf die Höhe, auf dem Ihr Lagerplatz liegt. In Tälern herrscht meist ein etwas anderes Klima als im umliegenden Bergland. Umso enger ein Tal ist, umso weniger Sonne, werden Sie im Tagesverlauf abbekommen. Es ist dort daher immer kühler, als in höheren Hanglagen. In der kalten Jahreszeit (z.B. im Winter) kann das sogar enorme Temperaturunterschiede bedeuten. Während es ganz unten im Tal -20°C hat, kann es an den oberen Hängen bis zu 10°C wärmer sein.
Zunächst sollte man auf die Höhe achten, auf dem der Lagerplatz liegt.


Die kühleren Temperaturen begünstigt meist auch die Nebelbildung am Morgen und somit ist es in Tälern immer feuchter, da sich der Tau überall an der Vegetation und der Ausrüstung ablegt. Je nachdem wie das Tal liegt (in welche Richtung) oder wie es geschnitten ist, wird es dort auch etwas früher dunkel.

 

Ausrichtung des Lagers


Der Lagerplatz sollte nach Möglichkeit immer eine ebene Liegefläche bieten. Auf zu schrägen Untergründen rutschen Sie von Ihrer Schlafunterlage. Entweder Sie rollen seitlich von Ihrer Iso-Matte oder Sie rutschen nach unten weg, was dann nicht nur unangenehm ist, sondern Sie auch Ihres Schlafes beraubt. Eine nur minimale Schräglage, bei der der Kopf etwas oben liegt, kann dagegen angenehm sein.

 

Wind und Sturm

 

Im Wald sind Sie immer besser vor dem Wind geschützt, als auf der freier Fläche. Zudem bietet der Wald einen besseren Sichtschutz und im Fluchtfall können Sie sich dort besser verstecken. Bei Regen tropft allerdings noch stundenlang Wasser von den Bäumen, selbst wenn es schon lange wieder aufgehört hat zu regnen. Nach einem Regen sucht man sich daher besser einen Platz mit freier Sicht in den Himmel. Eine dichte Baumkrone, kann dagegen recht gut vor starken Durchnässen schützen.


Die größten Gefahren beim Lagerbau unter Bäumen sind: Herabfallende Äste bei Sturm oder Todhholz im Geäst eines Baumes. Nicht nur dass Ihr Zelt beschädigt werden kann, es besteht unter Umständen Gefahr für Leib und Leben. Im tiefen Winter kann auch mal eine ordentliche Schneeschicht von einem Nadelbaum rutschen und auf Ihr Zelt fallen. Und natürlich sollte man auch an die Steinschlaggefahr an Hängen und unter Felswänden denken, sowie an Erdrutsch- und Lawinengefahren an ausgesprochen steilen Hängen.

 

Bei starkem Wind oder Sturm sucht man sich am besten einen geschützt liegenden Lagerplatz. Vielleicht an einem schützenden Fels, hinter dem Wurzelteller eines umgestürzten Baumes oder neben seinem dicken Stamm. Ist kein solcher Windfang vorhanden, kann schon eine Bodenmulde guten Schutz bieten. Bei feuchter Witterung und Regen kann sich hier aber auch leicht wieder Wasser sammeln. Richten Sie Ihr Tarp, Zelt oder Unterschlupf so aus, dass der Haupteingangsbereich nicht in der Hauptwindrichtung liegt.

 

Gefahrenquellen

 

Achten Sie darauf, dass Ihr Lagerplatz an einem Ort ohne Gefahrenquellen wie Abhänge, Absturzkannten größere Stolpergefahren oder ähnlichem liegt. Unter Umständen müssen Sie bei Nacht Ihr Zelt verlassen um z.B. mal kleinere Geschäfte zu erledigen. Daher orientieren Sie sich nach Möglichkeit noch bei Tageslicht und schauen Sie sich Ihren Lagerplatz gründlich an. Legen Sie am besten nach bei Tageslicht den Fluchtwege oder auch den Platz für die Verrichtung Ihrer Notdurft fest.

 

Wasser in der Nähe des Lagers


Eigentlich ist es recht angenehm, wenn man eine Wasserquelle in nicht zu weiter Entfernung des Lagerplatzes hat. So kann man sich recht einfach mit Trinkwasser versorgen. Bei starkem Regen sollte man sich jedoch von Flussbetten fern halten, denn die können durch einen Regen extrem anschwellen und den Lagerplatz unter Wasser setzen.

Wenn es in weiterer Entfernung von Ihnen regnet, bekommen Sie dies eventuell gar nicht mit. Sie werden dann von einem schnell anschwellenden Bach- oder Flusslauf überrascht.

Gerade Gebirgsflüsse können so sehr schnell zu reißenden Strömen werden, die Sie mitreißen können.

 

Generell ist es in Wassernähe immer etwas kühler. Aber auch Stechmücken halten sich meist in Wassernähe auf.

 

Sonstiges


Denken Sie bei der Auswahl des Lagerplatzes immer an die Tiere, die ebenfalls im Wald oder in der freien Natur leben. Das Lager sollte nicht an offensichtlichen Wildwechseln oder Wildtränken liegen.

 

Der Stellplatz für Ihr Zelt sollte nicht nur eingeebnet sein, sondern auch von jeglichen Dingen befreit werden, die Ihren Zeltboden oder Ihre Liegeunterlage zerstören könnte. Stöckchen, spitze Steinchen oder auch Tannenzapfen sollten entfernt werden. Übernachten Sie ohne Zelt, sollte auch die oberste Laubschicht entfernt werden. Denn diese Laubschicht, kann voller Zecken sein. Gleiches gilt bei der Übernachtung im Wald für hohe Gräser, Farne und ähnlichem.


Im Fluchtfall sind taktische Gesichtspunkte von wesentlicher Bedeutung. Neben der Sicherung des Lagers ist auch der Schutz vor dem entdeckt werden ein wichtiger Punkt.

Im Herbst oder Winter sind dann Laubwälder oftmals ungeeignet. Sie könnten von der Luft aufgeklärt werden! Hier bietet der Tannenwald den meist besseren Schutz.

Unter Umständen müssen Sie Ihr Lager auch tarnen. Sowohl gegen Luftaufklärung als aber auch auf Sicht im Wald.

 

Das Bauchgefühl


Ein wichtiger Punkt ist immer das Bauchgefühl, dass man unbedingt beachten sollte. Die eigene Intuition. Wenn Sie ein ungutes Gefühl für diesen Übernachtungsplatz haben, sollten Sie diesen Platz meiden.

 

Dieses Bauchgefühl entscheidet eventuell zwischen einer erholsame Nacht und einem ruhelosen, Nacht.

 

Denken Sie daran, dass Sie im Flucht-, Krisen oder Katastrophenfall Ihre Kraft, Kondition und Ausdauer für den nächsten Tag brauchen. Ein guter und erholsamer Schlaf trägt wesentlich dazu bei.

 

Schutz des Lagers

 

Siehe meinen Beitrag "Sicherung des Nachtlagers"

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Marco Hummel © Der Survival Profi - Page last updated: 28.09.2019