Atemschutz für den Krisenfall

 

In Abhängigkeit einer Bedrohungslage, kann Atemschutz durchaus Sinn machen.

Immer dann, wenn ein Gefahrstoff austritt und dieser über die Atemwege aufgenommen werden kann, gilt es sich davor zu schützen. Der beste Schutz ist natürlich der Abstand zum Gefahrstoff, so dass dieser erst gar nicht über die Atmung aufgenommen werden kann.

 

Befinde ich mich im unmittelbaren Gefahrenbereich und kann mich diesem unter Umständen nicht entziehen, so macht Atemschutz für den Krisen- oder Katastrophenfall Sinn. Eventuell auch nur zur Flucht aus dem Gefahrenbereich.

 

Die Schwierigkeit der gesamten Thematik ist allerdings der Punkt, um welchen Gefahrstoff/Giftstoff handelt es sich vor dem ich mich schützen möchte! Nur wer den Gefahrstoff kennt, kann sich auch sinnvoll davor schützen. Nicht jeder Atemschutzfilter ist für alles geeignet. Auch Kombi-nationsfilter decken nicht das gesamte Spektrum von Atemgiften ab.

 

Umluft unabhängiger Atemschutz wie er z.B. von der Feuerwehr genutzt wird ist für die Krisenvorsorge im Privatbereich eher etwas übertrieben und findet kaum Anwendung. Es muss angemerkt werden, dass auch Giftstoffe über die Haut aufgenommen werden können die ebenfalls tödlich sein können! Hier bringt der reine Atemschutz nichts. In diesem Fall wird dann schon ein entsprechender Schutzanzug benötigt.

 

Wer sich dennoch mit Atemschutz ausstatten möchte sollte nachstehende Punkte beachten.

Nicht nur Filter sondern auch Bestandteile von Atemschutzmasken unterliegen einer Alterung und müssen zyklisch ausgetauscht werden. Ein neuer Filter mit einer überlagerten Atemschutzmaske die 10 Jahre im Schrank gelegen hat, ist als unsicher einzustufen und hat keine Schutzwirkung mehr.

 

Siehe auch meinen Beitrag „Auch Ausrüstung altert“.

 

Daher gilt als erste Regel:

 

Niemals Atemschutzmasken aus Militär- oder Behördenbeständen kaufen. Diese sind oftmals überlagert und werden nicht grundlos abgestoßen.

 

Die Atemschutzmaske immer als Neuware über den Handel beziehen. Es gibt einige namhafte Hersteller die zu empfehlen sind.

 

Prinzipiell sollten nur Atemschutzvollmasken mit DIN EN 148-1 Schraubgewinde gekauft werden, die nicht nur die Atemwege sondern das gesamte Gesicht mit Augen abdecken/schützen.

 

Atemschutzmasken müssen regelmäßig geprüft und gewartet werden. Einige Bauteile unterliegen einem Alterungsprozess und müssen vom Fachmann ausgetauscht werden.

 

Filter haben ein Verfallsdatum!

 

Überlagerte Atemschutzfilter können unter Umständen ihre Wirkung verlieren. Daher sollten Sie genau das Ablaufdatum beachten und rechtzeitig für Ersatz sorgen.

 

Einfache Atemschutz-Halbmasken für den einmaligen gebrauch schützen nur vor festem Partikeln (P3), also Stäuben. Gasförmige Giftstoffe werden nicht gefiltert. Mit solchen Einwegmasken können Sie sich beispielsweise vor einer Staubwolke bei einem Vulkanausbruch schützen.

 

Die richtige Wahl des Filters

 

Es gibt zwei Filtertypen die für den Krisen- und Katastrophenfall geeignet sind.

 

Jeder dieser Filter deckt allerdings nur einen gewissen Bereich ab. Es gibt keinen Filter, der für Alles geeignet ist.

 

Nutzen wir zum Beispiel die Atemschutzmaske als Fluchtmaske im Brandfall, so müssen gewisse Kriterien erfüllt sein. Ohne Sauerstoff in der Luft nützt der beste Filter nichts. Bei einem Brand entsteht Kohlenmonoxid. Es gibt natürlich Filter, die auch Kohlenmonoxid filtern können, jedoch nur über einen sehr kurzen Zeitraum. Ist der Filter gesättigt geht das Kohlenmonoxid ungehindert durch und kann zum Tode führen. Kohlenmonoxid ist ein Atemgift!

 

Bedenken Sie auch, dass Atemschutzfilter je nach Konzentration des Gift- oder Gefahrstoffes schon nach wenigen Minuten keine Schutzwirkung mehr haben, da die Aktivkohle im Filter gesättigt ist. Planen Sie daher auch immer einen Ersatz-/Wechselfilter mit ein.

 

Der Kombinations-Filter

 

Ein sehr großes Spektrum bietet der Filter mit der Bezeichnung:

A1B2E2K1 Hg CO NO-P3

Jede Buchstaben/Zahlenkombination steht für einen vorgegebenen Einsatzbereich.

Dieser Filter schützt jedoch nicht vor nuklearen, biologischen und chemischen Kampfstoffen!

 

 

Hier die Aufschlüsslung zum A1B2E2K1 Hg CO NO-P3 Filter:

 

A1: gegen Gase und Dämpfe von organischen Verbindungen.

B2: gegen anorganische Gase und Dämpfe (z.B. Chlor, Schwefelwasserstoff, Blausäure).

E2: gegen Schwefeldioxid und Chlorwasserstoff.

K1: gegen Ammoniak und organische Ammoniakderivate. Die Filterklasse 1 steht für einen niedrigen Schutz und hat eine höchstzulässige Schadstoffkonzentration von 0,1 Vol. % (1.000 ppm).

Die Filterklasse 2 steht für einen mittleren Schutz und hat eine höchst zulässige Schadstoffkonzentration von 0,5 Vol. % (5000 ppm).

Hg: gegen Quecksilber-Dampf

CO: gegen Kohlenmonoxid

NO: gegen Nitrose Gase einschl. Stickstoffmonoxid

P3: steht für Partikel bis Konzentrationen der Filterklasse 3: 99,95 % Effizienz.

 

 

Der Zivilschutz-Filter

 

Ein ebenfalls sehr großes Spektrum bietet der Filter, der auch von den Behörden im V-Fall zur Ausgabe an die Bevölkerung vorgesehen ist. Ob es jedoch noch behördliche Bestände inklusive Masken für die Bevölkerung gibt, ist mehr als zu bezweifeln.

 

Dieser Filter hat die Bezeichnung „A2B2E2K2-P3 R D/NBC“.

 

Die Besonderheit dieses Filters liegt an der Kennung „/NBC“. Dies bedeutet, dass dieser Filter zumindest für einen Teil von nuklearen, biologischen und chemischen Stoffen ausgelegt ist.

 

Dieser Filter schützt allerdings nicht vor NO (Nitrose Gase einschl. Stickstoffmonoxid) und CO (Kohlenmonoxid), sodass er nicht als Fluchtfilter im Brandfall eingesetzt werden kann.

 

Fazit

 

Es ist schwierig eine Empfehlung auszusprechen. Natürlich hat der Atemschutz im Fall der Fälle seine Berechtigung und kann definitiv Lebensretter sein. Wer sich für den Krisenfall nicht auf eventuell nicht vorhandene Behördenbestände verlassen möchte, kann Maßnahmen ergreifen und das geeignete Material im freien Handel erwerben.

 

Atemschutz im Privatbereich aus dem finanziellen Aspekt zu betrachten, muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden. Atemschutz ist teuer und mit Folgekosten verbunden.

 

Die Wartung, Prüfung der Atemschutzmaske ist ebenfalls ein schwieriger Punkt. Hier einen Partner zu finden, der einem die Maske idealerweise einmal im Jahr prüft und auch Teile austauschen kann ist nicht ganz einfach.

 

Empfehlung von Masken und Filtern für die zivile/private Nutzung

 

Dräger R55800 X-plore 6300 Vollmaske - hier geht es zum Artikel

MSA-Vollmaske 3S - hier geht es zum Artikel

Dräger Zivilschutz-Filter - hier geht es zum Artikel

Dräger Kombinationsfilter - hier geht es zum Artikel

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Marco Hummel © Der Survival Profi - Page last updated: 14.06.2020