Nachtsichtgeräte für den Fluchtfall

 

Die Fähigkeit bei Dunkelheit oder in der Nacht zu sehen ist ohne Frage ein taktischer Vorteil. Ob eine Beschaffung eines Nachtsichtgerätes jedoch für den Flucht- oder Krisenfall notwendig ist erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Ohne jetzt zu tief in die Thematik und in die genaue Funktionsweise einzusteigen, möchte ich zunächst die groben Unterschiede der angebotenen Nachtsichtgeräte oder besser gesagt die Geräte aufzeigen, die mir die Möglichkeit geben in der Dunkelheit etwas zu sehen.

 

Beim größten Teil der angebotenen Nachtsichtgeräte haben wir es mit Restlichtverstärkern zu tun.

 

Die meisten Geräte sind darüber hinaus mit Infrarot-Strahlern bestückt. Dies ermöglicht die Sicht auch in absoluter Dunkelheit ohne jedes Restlicht.

 

Restlichtverstärker nutzen üblicherweise schwaches Licht, wie z. B. Mond-, Sternen- und Stadtlichter, um ein helles Bild zu erzeugen! Mit einem Restlichtverstärker lassen sich deshalb weitaus größere Reichweiten, als mit Infrarot Nachtsichtgeräten erzielen! Das weit entfernte Beobachtungsobjekt wird ja vom Mond oder einer anderen natürlichen oder auch nicht natürlichen Lichtquelle beschienen. Die Reichweite des optischen Systems ist daher von der Sache her unbegrenzt, aber natürlich werden die Objekte in größerer Entfernung kleiner und schwerer zu identifizieren. Deswegen wird bei den meisten Nachtsichtgeräten, wenn es um die Reichweitenangabe geht, nicht die maximale Reichweite angegeben, sondern die Entfernung, in der Personen und Objekte in der Dämmerlicht noch unterschieden werden können!

 

Infrarot Nachtsichtgeräte funktionieren indem (unsichtbare) Infrarotstrahlung (nahes Infrarot, NIR) der Umgebung in sichtbares Licht durch Bildwandlerröhren/Halbleiter-Bildsensoren umgewandelt wird. Diese Methode kann durch eine Beleuchtung mit Infrarotscheinwerfern ergänzt werden.

 

Neben Nachtsichtgeräten können auch Wärmebildkameras die Signatur von Gegenständen oder Personen anzeigen, die sich aufgrund ihres Temperaturunterschieds von anderen Dingen hervorheben. Solche Geräte sind besonders interessant für die Personensuche. Oder das Überwachen des Nahbereiches um das Lager. Ein sehr gutes Gerät für den Outdooreinsatz ist die Wärmebildkamera Quantum HD50S die eine Reichweite von bis zu 1250m hat. Mit Wärmebildgeräten können Personen, die sich z.B. an das Lager heranpirschen deutlich früher erkannt werden als mit einem Nachtsichtgerät.

 

Geräte, die in der Hand gehalten werden müssen, sind nur für die Beobachtung zu gebrauchen. Mit solchen Nachtsichtgeräten können Sie sich nicht frei bewegen wie zum Beispiel Laufen oder in einem Raum bewegen. Für das freie bewegen mit Nachtsichtgerät sind nur Geräte geeignet, die Sie vor Ihre Augen klappen können. Hier sind moderne militärische Nachtsichtgeräte, wie z.B. das Lucie oder das GPNVG-18 der Bundeswehr zu erwähnen. Diese Geräte sind allerdings nicht auf dem freien Markt erhältlich. Ein einigermaßen brauchbares Zivil-Gerät ist das Armasight Nachtsichtgerät NYX-7 QSi.

 

Gebrauchte Nachtsichtgeräte aus Bundeswehrbeständen, wie zum Beispiel das Fero 51 sind zwar qualitativ hochwertig aber  nicht mehr auf dem aktuellen Stand und viel zu schwer für das Fluchtgepäck.

 

Gute Nachtsichtgeräte aus dem Jagdbedarf wie zum Beispiel das Zeiss NV Victory 5.6 x 62T sind zwar brauchbar aber für den Flucht- oder Krisenfall einfach zu teuer. Solche Geräte fangen bei deutlich über 4.000,-€ an. Zudem können Sie diese Geräte nur in der Hand halten, was das freie bewegen wiederum nicht zulässt. Billig Geräte aus dem Discounter oder aus dem Internet sind nahezu unbrauchbar.

 

Sollten Sie nicht grade Jäger oder Nachtnaturbeobachter sein, lassen Sie es lieber mit der Beschaffung eines Nachtsichtgerätes oder einer Wärmebildkamera sein. Das Geld für ein brauchbares Gerät können Sie Sinnvoller einsetzen. Zudem spielt das Gewicht immer eine wesentliche Rolle im Fluchtfall. Jedes zusätzliche Kilo auf dem Rücken werden Sie bei Ihre Marschleistung negativ bemerken.

 

Der Marsch in einer Gruppe bietet natürlich mehr Spielraum bezüglich der Mitnahme von Gerätschaften die zwar nützlich aber nicht zwingend erforderlich sind.

Bei einer Gruppe von beispielsweisen 3 bis 4 Personen und dem nötigen finanziellen Möglichkeiten, könnte die Fähigkeit bei Dunkelheit zu sehn eine Überlegung wert sein.

 

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Marco Hummel © Der Survival Profi - Page last updated: 28.09.2019