Die richtige Bekleidung für den Flucht- oder Krisenfall

 

Menschen, die sich auf Tracking-, Berg- oder sonstigen Expeditionstouren begeben, werden in den meisten Fällen die passende und richtige Bekleidung für Ihre Aktivitäten auswählen und auch tragen.

Je nach Tour sind unter Umständen auffallende Farben mit Signalwirkung von Vorteil. Möchte man doch bei einem Unfall z.B. im alpinen Bereich leichter gefunden werden.

 

Die dicke Winterjacke für die winterliche Expedition wird mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für den Fluchtfall im Winter bestens geeignet sein!

Aber welche Bekleidungsteile nehme ich mit, wenn ich über einen längeren Zeitraum mit unterschiedlichen Temperaturbereichen flüchten muss?

 

Farbliche Auswahl der Bekleidung

 

Nutzen Sie ausschließlich gedeckte Farben. Rot, Gelb oder sonstige auffälligen Farben in Signalwirkung sind in einem Fluchtfall völlig ungeeignet.

Verzichten Sie bei der Oberbekleidung auch auf militärische Tarnmuster. Sie könnten als Teil einer militärischen Einheit angesehen werden, was je nach Situation und Anlass der Flucht nicht immer von Vorteil ist.

 

 

Oberbekleidung

 

Als Oberbekleidung sind robuste Funktionsjacken geeignet, die einen gewissen Windschutz bieten. Eine herausnehmbare Fleece-Innenjacke schützt dann vor Kälte. Die Innenjacke kann zudem auch einzeln genutzt werden.

 

Kälteschutz

 

Im Fluchtfall sind dicke Winterjacken eher ungeeignet. Zwar bieten diese einen idealen Schutz bei Kälte aber was ist, wenn es etwas wärmer wird.

Die Mitnahme von unterschiedlichen Bekleidungsvarianten ist in einer Fluchtsituation oftmals nicht möglich. Platz und Gewicht sind hier das Thema.

 

Die Einfachste Möglichkeit ist das Layer-Prinzip (Zwiebelprinzip).

Nutzen Sie einzelne Bekleidungsschichten die Sie je nach Außentemperatur übereinander tragen können. Wird es zu warm, ziehen Sie eine Schicht aus. Ist es zu kalt, ziehen Sie eine Schicht an.

 

Die robuste Funktionsjacke ist hier die Grundlage. Regnet es, wird der Poncho übergezogen. Wird es etwas kälter, knöpft man die Innenjacke ein. Wird es noch kälter, zieht man eine zweite Fleecejacke oder einen entsprechendes Shirt darunter.

 

Im Bereich der Beine werden als Basis bis zu zwei Schichten Lange Unterhosen übereinander getragen.

Lange Unterhosen oder lange Funktionsshirts sollte sowieso im Gepäck mitgeführt werden.  Besonders empfehlenswert ist Unterwäsche aus Merinowolle. Es gibt aber auch sehr gute Produkte aus Mischgewebe.

 

Beginnt die Flucht bei tiefen Mienusgraden oder sind Extremtemperaturen vorhersehbar, sollte Sie schon Thermounterwäsche oder einen Kälteschutzanzug mitführen.

Ein gutes System verfügt aktuell die US Army mit dem Extended Cold Weather Clothing System (ECWCS).

 

Siehe auch meinen Bericht "Das Layer Prinzip" .

 

Nässeschutz

 

Der einfachste und effektivste Nässeschutz ist ein Poncho, welches Sie über die normale Oberbekleidung ziehen. Je nach Ausführung wird noch der Rucksack vor Nässe geschützt.

Ponchos schützen den Träger je nach Körpergröße bis zum Knie.

Zum Poncho kann noch eine Regenüberhose oder auch nur Gamaschen getragen werden, um die Hose von dem herunderlaufenden Wasser des Ponchos zu schützen.

 

Von Kombinations-Outdoor-Jacken mit Nässeschutz halte ich nicht viel. Die halten zwar einen kurzen Regenschauer aus, sind aber auf Dauer eher ungeeignet.

 

Dann schon eher eine reine Regenjacke mit Regenhose aus entsprechendem Gewebe. Sehr gute Erfahrung habe ich mit Dermizax gemacht.

Dermizax ist ein wasserdichtes, winddichtes und dabei atmungsaktives Gewebe. Die wasserbindende Membran wird aus Polyurethan (PU) hergestellt und sie wird hauptsächlich im Outdoor-Bekleidungsbereich eingesetzt. Dermizax ist vergleichbar mit Gore-Tex, Sympatex oder Texapore, aber wie ich finde nur besser.

 

Kopfbedeckung

 

Ein Großteil der Wärme verliert der Körper über den Kopf. Tragen Sie daher eine passende Kopfbedeckung. Im Sommer sollten Sie sich vor der Sonneneinstrahlung schützen.

Das einfachste ist im Sommer die Basecap in neutraler Farbe oder auch das Boonie. Für den Winter die Strick- oder Fleecemütze und bei eisiger Kälte noch  die Winter-Sturmhabe, die Sie auch bestens als Kälteschutz im Schlafsack nutzen können.

 

Hosen

 

Idealerweise sollten Sie Hosen tragen, die mehrere Staumöglichkeiten wie z.B. Seitentaschen usw. haben. Auch hier gelten natürlich gedeckte Farben und keine Tarnmuster! Ich persönlich würde eine recht robuste Hose auswählen mit Knie- und Gesäßverstärkung.

 

Shirts und sonstige Bekleidungsschichten

 

Schwitzen ist besonders in der kalten Jahreszeit oder an Tagen, an denen es abends schon kälter wird immer problematisch.

Ein durchgeschwitztes Shirt am Körper wird Ihnen im Winter die Wärme durch die Verdunstungskälte entziehen, sobald Sie nicht mehr aktiv tätig sind.

 

Daher sollten Sie Ihre Bekleidungsschichten so wählen, dass Sie beim Laufen grade nicht frieren. Bei einer kurzen Rast oder bei einer Pause, ziehen sie eine Jacke, Pullover oder was auch immer drüber.

Funktionsunterwäsche oder auch Funktionsshirts sind hier klar im Vorteil. Baumwoll-Shirts nehmen zwar gut die Feuchtigkeit auf, halten diese aber im Verhältnis auch sehr lange, was bedeutet, dass Sie im Stillstand frieren.

Sofern Sie ein trockenes Shirt haben, sollten Sie dieses dann anziehen und das durchgeschwitzte Shirt z.B.am Feuer trocknen.

 

Die richtigen Socken

 

Die erste Grundregel zum richtigen Socken lautet: „Probieren geht über Studieren!“, denn so individuell wie unsere Füße, ist auch die subjektive Wahrnehmung bei Wandersocken, so dass folgende Empfehlungen nur als kleine Orientierungshilfe dienen kann. Für den Fluchtfall kommt letztlich nur der Wander- oder Trekkingsocken in Frage.

 

Warum Spezielle Socken?

Spezielle Wandersocken steigern wesentlich den Gehkomfort bei Laufen. Moderne Materialien leiten Feuchtigkeit vom Fuß weg und senken so das Risiko der Blasenbildung. Mit Materialverstärkungen z.B. an Ferse und Ballen haben sie eine dämpfende Funktion, ihre weiche Innenseite und eine ausgeklügelte, oft asymmetrische Passform sorgen für einen angenehmen und faltenfreien Sitz.
Spezielle Materialmischungen aus Kunstfaser oder Wolle reduzieren Geruchsentwicklung und Trockenzeit – dies ist wichtig auf Mehrtagestouren, denn hier müssen nass gewordene Socken schnell wieder einsatzfähig sein.


Größenwahl:

„Wählen Sie Wandersocken niemals zu groß!“. Im Gegensatz zu den oft im Verhältnis zum Alltagsschuh etwas größeren Wanderschuhen, sollten Socken tendenziell in der normalen Alltagsschuhgröße getragen werden. Stehen sie zwischen zwei Größen entscheiden sie sich tendenziell eher für die kleinere! Das sorgt für einen faltenfreien Sitz und damit für optimale Funktionalität – auch können Männer mit kleinen und schmalen Füssen von der kompakteren Passform der Damenmodelle profitieren.
 

Material: Die Wandersockenhersteller offerieren heutzutage eine breite Palette unterschiedlichster Modelle in verschiedensten Materialstärken und Materialmixen.

Grob kann man diese nach dem Material in Kunstfasermodelle z.B. Falke TK 2 Cool, Woll-Kunstfaser Mixmodelle z.B. Falke TK2 oder TK 1 sowie Merinowolle-Modelle z.B. alle Smartwool und Icebreaker Socken, unterteilen. Je nach Einsatzspektrum können diese Modelle ihre Stärken ausspielen.

 

Welche Dicke?

Die Materialstärke ist bei Wandersocken sehr vom individuellen Geschmack des Trägers abhängig (Wärmeempfinden, Schwitzen). So wie früher oft zwei paar Socken übereinander getragen wurden, kann man heute beobachten, dass meist nur noch eine Socke, dafür aber eine Funktionssocke, von einer Vielzahl der Wanderer bevorzugt wird. An dieser Tendenz ist neben der Sockenentwicklung sicherlich auch die Veränderung im Wanderschuhsektor hin zu leichteren und passformoptimierten Schuhwerk verantwortlich.

 

Tipp

 

Bei starker Transpiration und Touren mit langen Tagesetappen sollte die Socke ein nicht zu geringes Volumen aufweisen, da sie nur dann ausreichend Feuchtigkeit absorbieren kann und damit Blasenbildung verhindert wird, die durch ein Aufweichen der Haut entsteht.

 

Bei kalten Füßen hilft ebenfalls das Layer-Prinzip. Hier gilte, sicherzustellen, dass die Schuhe nicht von innen feucht werden.

Dies erreichen Sie, in den Sie zunächst als Layer1 dünne Socken aus z.B. Merinowolle tragen. Dann ziehen Sie eine Plastiktüte als Layer 2 darüber. Achten Sie darauf, dass es keine Druckstellen gibt. Über die Plastiktüte ziehen Sie wiederum einen Socken als Layer 3 darüber. So steigen Sie in Ihren Stiefel.

Dieses Layer-Prinzip funktioniert im übrigen auch bei den Händen. Anstelle der Tüte können Sie z.B. einen Handschuh aus dem Erste-Hiilfe Set nehmen.

 

Schuhe


Siehe mein Beitrag „Das Schuhwerk
Ich persönlich habe mich für einen Bergschuh aus Leder entschieden.

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Marco Hummel © Der Survival Profi - Page last updated: 28.09.2019